Schreibmaschine

Jakob Krieger


Freier Journalist in München, Mitglied beim Bayerischen Journalistenverein (BJV), Erfahrung in »alten« und »neuen« Medien, Publikationen in diversen Themenbereichen – Hightech, IT-Praxis, Hardware-Tests, Internet, Gesellschaft, Politik, Sport, Kunst, Biografien, Analysen, PR, Esoterik.

Plots und Dialoge für Film und TV. Redaktion von Online- und Offline-Medien. Fachlektorat, Übersetzungen, Verlagskontakte, Produktionsbetreuung, Recherchen.


… English language summary
 

Das Berufsbild des freien Journalisten gleicht in gewisser Weise dem des Stuntman: Man muss alles können, jederzeit einsatzbereit sein und wird dafür meist nicht einmal namentlich im Gesamtkunstwerk genannt. Nun gut, den Namen des Hofbräuhaus-Chefkochs kennt man auch nicht. Andererseits taugen nicht unbedingt alle Referenzen gleich viel; ich denke hier etwa an die vielen Kollegen, die »für ein großes Verlagshaus arbeiten« und selbst im Beichtstuhl den Namen der auflagenstärksten Tageszeitung nicht zu nennen bereit sind. Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, »prominent« zu sein.

Jedenfalls schreibe ich seit meiner Schulzeit für verschiedenste Zeitschriften und andere Publikationen. Nach Physikstudium und Arbeit im IT-Bereich bin ich gegen Ende des letzten Jahrhunderts bei der Fachpresse »gelandet« – im Sinne einer Rückkehr auf bewährtes, bekanntes Terrain. Heute bin ich freiberuflich tätig, da ich nach ein paar Episoden in Festanstellung eingesehen habe, dass ich zum Untergebenen nicht geboren bin – zumal heute die Verlage ihr Personal wechseln wie Hollywood-Schauspielerinnen ihre Ehegatten und damit das Angestellten-Dasein seines einzigen Vorteiles, nämlich der Sicherheit, berauben.

Also ärgere ich mich lieber über die Tatsache, dass sich die Berufsverbände seit Jahren nicht trauen, endlich die Einführung von Mindesttarifen politisch durchzusetzen und damit die für alle Beteiligten fatale Diktatur der Sparschweine zu beenden. Wesentlich emotionsloser höre ich mir an, dass andere Leute sogar kostenlos schreiben, und dass der Computer meine Arbeit sowieso ersetzt. In solchen Fällen gebe ich, um die Diskussion abzukürzen, meinem Gegenüber meist Recht: Schon die Tatsache, dass der betreffende Mensch mich fragt, zeigt doch, dass seine anderen Leute und sein Computer nicht das liefern können, was er von mir haben will.

Wer nicht sehen will, dass die allenthalben erzwungene Kostenminimierung das Qualitätsniveau unter die Schmerzgrenze des Lesers sinken lässt – und damit die verkaufte Auflage unter die Rentabilitätsgrenze –, wird das nicht sehen. Wir leben in einem freien Land; hier darf jeder glauben, was er will: An das große grüne Pferd ebenso wie an den Kunden, der nicht merkt, wenn man ihm schlechte Ware andreht.

Ich selbst glaube an Qualität und saubere Arbeit. Dazu gehört unter anderem, auch komplizierte Sachverhalte verständlich darzustellen, die Zuverlässigkeit von Quellen kritisch zu bewerten, den passenden Sprachstil zu treffen und nötigenfalls ein Manuskript wegzuwerfen und neu anzufangen.

Wer meint, eine Maschine zu besitzen, die all das ebenso oder gar besser kann, darf mir das Wunderding gerne einmal zeigen. Diese Maschine stelle ich dann in der Fachpresse vor und werde berühmt als der letzte Mensch, der jemals einen Artikel selbst geschrieben hat.

 

… im November 2006, JK

 

Jakob Krieger • Leonrodstr. 75 • 80636 München • jk (at) dashdotcom (.) de (*)
Tel. s. telefonbuch.de (Telefonnummer und Mail-Adresse vor »Marketing«-Automaten versteckt)

 


(*) Die Adresse »dashdotcom« ist eine Anspielung auf unsere »schöne neue Online-Welt« und die damit verbundene Marotte vieler Zeitgenossen, mit ulkigen Fachchinesisch-Brocken um sich zu werfen und sich dabei unglaublich modern vorzukommen. Irgendwann werden wir alle darüber herzlich lachen. Mag ich noch so sehr Skeptiker sein, gebe ich die Hoffnung doch niemals auf …


 

Links auf ausgewählte Projekte im www

 

Die oben abgebildete Schreibmaschine ist sozusagen mein Maskottchen, eine Robotron (DDR ca. 1985) in perfektem Zustand. Sie braucht keinen Strom und hat keinen USB-Anschluss, aber man kann die vollgeschriebenen Blätter einscannen und die Texte dann weiter verarbeiten.

 

 

 

Ich bin gegenüber neuer Ideen immer gerne aufgeschlossen und unterstütze daher immer wieder das eine oder andere Projekt.

Manche dieser Projekte sind sinnvoll, manche nicht, manche sind gut, andere dienen nur dem Ego des ›Erfinders‹. Im letzteren Fall blamiert man sich eben ein wenig – und steigt eben aus dem Projekt aus. Insbesondere möge mir meine zeitweilige Mitarbeit an einer etwas misslungenen Online-Zeitschrift verziehen werden. Ohne Risiko gibt es keine Neuerungen. Ich glaube dennoch an Qualität und versuche diese einzubringen; wenn das nichts wird, muss das Projekt eben verworfen werden.